Bamberg leidet unter seinem Positiv-Image. Noch - Bayern

Irritationen um den Sänger von der Alm – Bayern


Neulich war im Radio ein Musiker zu hören, der den Künstlernamen Oimara (Almerer) führt. Nicht alle durchschauen allerdings, von wo der junge Mann herstammt.

Oimara

Im Radiosender Bayern 2 war kürzlich ein Lied des Musikers Oimara zu hören. Der junge Mann ist auf der Hafner Alm am Tegernsee aufgewachsen und nennt sich deshalb Oimara, also Almerer. Das ist einer, der von der Alm herstammt. Im Bairischen unterstreicht die Endung -erer häufig die Aktivität des Handelnden, nennen wir nur den Suberer (Subunternehmer), den Hamperer (Nichtsnutz) und den Weiberer (Frauenheld). Beni Hafner, so heißt der Oimara mit richtigem Namen, singt Lieder, die stilmäßig dem Kraut-und-Ruam-Prinzip folgen. Letzteres wurde leider der Moderatorin der Sendung zum Verhängnis, denn sie erkannte, halb so schlimm, den dialektalen Gehalt des Wortes Oimara nicht. So betonte sie bei der Aussprache des Wortes arglos das zweite a, was nicht nur einen anderen Wortklang, sondern auch eine neue Bedeutung ergibt. Er trage den Künstlernamen Oimára, sagte sie und erweckte den Eindruck, es handle sich um einen hippen Namen aus Frankreich oder Italien. Dabei war es bloß der richtigerweise auf der ersten Silbe zu betonende Oimara, der Almerer, der glücklich von der Alm heruntergestiegen war, aber auch mit seinem bairisch betonten Namen ganz passabel klingt.

Bixl

In Zwiesel ist gerade eine Bixl-Ausstellung zu Ende gegangen. Bixln sind kunstvoll gefertigte Schnupftabakgläser. Der Landtagsabgeordnete Manfred Eibl (FW), ein Schnupfer aus Leidenschaft, wurde bei dieser Gelegenheit sogar zum Bixl-Botschafter ernannt. Es ist ja eine hohe Kunst, den Tabak vom Bixl auf den Handrücken zu häufeln und den Haufen dann in die Nase zu drücken. Es gibt sogar Weltmeisterschaften, auf denen heldenhaft geschnupft wird, wobei mancher Akteur beim Ausrotzen des Tabaks auf dem Pissoir schon seines Gebisses verlustig gegangen ist. In politisch unkorrekten Zeiten wurden Frauen, die nicht im besten Ruf standen, als Bixn bezeichnet. Als Bixl wiederum galt auch eine Bordüre an Kleidungsstücken, was wiederum zur Bixlmadam führt, die zwar aufgetakelt daherschwanzelt, aber vornehmer tut, als sie ist.


www.sueddeutsche.de