Von Garching bis Gräfelfing – die Open-Air-Saison im Landkreis München – Landkreis München


Zwei Jahre lang ist das Garnix-Festival seinem Namen auf eine besondere Weise gerecht geworden: Statt einer mehrtägigen Party mit Konzerten, Biergartenfeeling und sportlichen Aktivitäten war 2020 und 2021 auf dem Vorplatz des Mathematik- und Informatik-Gebäudes der TU Garching gar nix los. Das Festival fiel wegen der Pandemie ins Wasser. Heuer freilich geht das “Garnix”, das wie seine Münchner Schwesterveranstaltung “Tunix” von TU-Studenten organisiert wird, wieder in die Vollen: Vom Montag, 20. Juni, bis Freitag, 24. Juni, ist der Campus Feiergelände (täglich 11 bis 23 Uhr) und vom frühen Nachmittag bis in die Nacht jagt quasi ein musikalischer Gig den anderen.

Vorfreude und Lust auf Begegnungen sind nach so langer Feierabsenz groß. “Absolut, wir freuen uns riesig”, sagt Sebastian Rein, der mit Veronika Reich und Alexander Spears das Festival hauptverantwortlich organisiert. “Das sieht man auch daran, dass wir so viele Helferinnen und Helfer so schnell beisammen hatten wie noch nie.” Bei der Musikerauswahl gab’s längeren Vorlauf: Die Bands und Solokünstler mussten sich schon im vergangenen Winter bewerben, sie sind vornehmlich aus München und Bayern – und sie lassen in Garching eine breite Vielfalt der Genres erklingen: von Alternative Rock über Indie, Ska und Metal bis Reggae und bayerischem Mundart-Pop (www.garnix-festival.de)

Open-Air-Saison:

“Hazel The Nut” mixt Pop und Punk. Die Band gastiert auf dem Garnix-Festival.

(Foto: Hazel the Nut)

Zu den Protagonisten auf der Garnix-Bühne gehört unter anderem die Pop-Punk-Band Hazel The Nut aus Unterfranken (Mittwoch, 22.Juni, 21.45 Uhr), die deutschlandweit tourt und heuer ihr zehnjähriges Bestehen feiert, aber auch die Gruppe My Little Mayhem (Freitag, 24.Juni, 16 Uhr), die aus dem Münchner Osten kommt und mit ihrem Crossover-Pop vor einigen Jahren den Bandwettbewerb “Running for the Best” des KJR München-Land gewonnen hat. Zum Abschluss spielt die Metalband Sapiency aus Frankfurt. “Wir haben auch versucht, Thementage zu arrangieren, am Freitag ist etwa Hardrock und Metal angesagt”, erklärt Rein, der im sechsten Semester Mathematik studiert. Außerdem gibt’s beim Garnix an drei Tagen Open-Air-Kino und ein vielfältiges Angebot, sich sportlich zu betätigen (Volleyball, Tischtennis, Bobby-Car-Rennen, Sackhüpfen, Slackline). Das Motto der Veranstalter, “Es ist heiß, die Sonne scheint, genau das richtige Wetter, um gar nix zu tun!”, muss man ja nicht komplett wörtlich nehmen – obgleich das Festival tatsächlich für sein entspanntes Flair bekannt ist.

Garching darf ohnehin als Open-Air-Festival-Hotspot im Landkreis München bezeichnet werden. Die beiden von Kellerkind GmbH organisierten Veranstaltungen “Back to the Woods” und “Schall im Schilf” sind unter Fans der elektronischen Musik überregional bekannt, dort präsentieren sich auch internationale Künstler und DJs der Elektro-Musikszene. Die Nachfrage ist traditionell groß: “Schall im Schilf” (23. Juli, am Garchinger See) ist bereits ausverkauft, für “Back to the Woods” (27. August, Forschungszentrum) gibt es noch Karten (www.kellerkindmusik.de).

Klassische Klänge eröffnen dagegen den Kultursommer Gräfelfing, der Anfang Juli statt findet. Der Eichendorffplatz im Herzen des Ortes verwandelt sich an zwei Abenden in eine Open-Air-Bühne. Das Goldmund-Ensemble – sechs Musiker der Münchner Philharmoniker – und die Sängerin und Schauspielerin Anna Veit versprechen am Freitag, 1. Juli, eine “reizvolle Kombination aus Stimme, Blechinstrumenten und Schlagwerk” zu präsentieren. Auf dem Programm: “Schreckliche, grausliche Lieder. Damit hinterher alle sagen können: Verglichen damit geht’s uns ja eigentlich gar nicht so schlecht”, kündigt Veit an.

Am Sonntag, 3. Juli, gastiert Kabarettistin Luise Kinseher in Gräfelfing mit ihrem Erfolgsprogramm “Mamma Mia Bavaria”, bei dem sie Bayern auf humoristische Art und Weise aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet. “Nach den langen Monaten der Pandemie und weitgehend ohne Live-Erlebnisse dürfen sich die Gräfelfingerinnen und Gräfelfinger auf schöne Sommermomente freuen”, erklärt Birgit Doll von der Gemeinde. Karten gibt es über München Ticket oder in der Buchhandlung Phantásia in Planegg (089/89 93 02 50) respektive Wort.Schatz in Gräfelfing (089/85 37 00).

Open-Air-Saison: Die Stadtkapelle Unterschleißheim wird auch heuer wieder auf dem Rathausplatz aufspielen.

Die Stadtkapelle Unterschleißheim wird auch heuer wieder auf dem Rathausplatz aufspielen.

(Foto: Robert Haas)

Auch der Rathausplatz in Unterschleißheim ist traditionell ein Ort, an dem Freiluft-Ereignisse kultureller Art ihr Publikum finden. In diesem Jahr spielt von Ende Juni bis Anfang Juli an sieben Abenden die Musik wieder im Zentrum der Stadt: Die Blaskapelle Unterschleißheim macht am Sonntag, 26. Juni, den Anfang, es folgt, am Donnerstag, 30. Juni, der Künstler Adjiri Odameteyeinen, der afrikanische Weltmusik präsentiert, sowie Drums-Stars (2. Juli) und die Expresss Brass Band (2. Juli). Am Sonntag, 3. Juli, zeigen Bands, Chöre und Theatergruppen des Carl-Orff-Gymnasiums unter dem Motto “Jung, Wild, Begabt, Cool” von 11 bis 22 Uhr ihr Können. Am 5. Juli erklingt noch “Die Hochzeit des Figaro” auf der Bühne des Rathausplatzes, inszeniert von “Musik auf Rädern”, alles bei freiem Eintritt. Weitere Infos gibt es unter www.forum-unterschleissheim.de.

Open-Air-Saison: Auch das gehört zur Open-Air-Saison: Im vergangenen Jahr hat ein Wolkenbruch das Ottobrunner Kultursommerfest im Rosengarten beeinträchtigt.

Auch das gehört zur Open-Air-Saison: Im vergangenen Jahr hat ein Wolkenbruch das Ottobrunner Kultursommerfest im Rosengarten beeinträchtigt.

(Foto: Claus Schunk)

Es sind noch jede Menge weitere Konzerte und Veranstaltungen in den kommenden Wochen und Monaten unter weißblauem Himmel im Landkreis geplant, etwa der Ottobrunner Open-Air-Sommer von Freitag, 29. Juli, bis Samstag, 6. August im Rosengarten am Wolf-Ferrari-Haus. Oder die regelmäßigen Kulturangebote auf der Außenbühne des Kleinen Theaters Haar sowie Großereignisse wie “Barock & Fire” im Schlosspark Schleißheim. Was und wann alles tatsächlich statt finden kann, hängt natürlich auch immer vom Wetter ab. Klar ist dennoch: Es wird in diesem Sommer alles andere als gar nix los sein.


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