Bamberg leidet unter seinem Positiv-Image. Noch - Bayern

Planegg – Recycling-Anlage auf der Kippe – Landkreis München


Ob die von der Kies-Firma Glück gewünschte Baustoff-Recycling-Anlage südlich der Fürstenrieder Straße wirklich gebaut wird, ist noch nicht endgültig entschieden. Im Gespräch mit der SZ wies Planeggs Bürgermeister Hermann Nafziger (CSU) darauf hin, dass der Umweltausschuss des Gemeinderats in seiner Sitzung vor einigen Wochen eine Genehmigung nur unter Vorbehalt gegeben habe. Dazu gehört unter anderem, dass die mobile Anlage nur befristet – die Rede ist von 20 Jahren – arbeiten darf. Inzwischen mehren sich auch auf politischer Seite die Widerstände gegen das Vorhaben.

So hatten beispielsweise Peter von Schall-Riaucour (PPM) und Eva Schreier (Grüne Gruppe 21) zunächst ihr Ja zu der Anlage gegeben. Nun haben sich beide zusammen mit Angelika Lawo von der Grünen Gruppe 21 auf einen gemeinsamen Antrag geeinigt, in dem auf der Basis neuer Erkenntnisse die in Aussicht gestellte Baugenehmigung widerrufen werden soll. Argumentiert wird, durch “ablaufende Fristen” sei weder eine Vertagung noch eine wirkliche Einarbeitung in die Materie möglich gewesen.

Auch die beabsichtigte Abholzung von 2,1 Hektar Bannwald durch Glück in diesem Gebiet wird kritisiert. Das Landratsamt München als Genehmigungsbehörde habe zwar im März die Abholzung und die Auskiesung rechtsgültig genehmigt, heißt es. Der Gemeinderat sei allerdings erst Mitte Mai darüber unterrichtet worden – nachdem es zur Recyclinganlage einen Beschluss gegeben habe. Von Schall: “Wir hätten nicht zugestimmt, wenn uns alle relevanten Informationen und Unterlagen vorgelegen hätten.” Mit ihrem Antrag gehen die Gruppe 21 und von Schall einen Schritt weiter als die SPD-Fraktion im Gemeinderat. Die hatte für das betreffende Gelände die Aufstellung eines eigenen Bebauungsplans verlangt.


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