Ausflüge mit dem 9-Euro-Ticket: Wandern in den Ammergauer Alpen – Bayern


Schloss Neuschwanstein im Allgäu, Rothenburg ob der Tauber in Mittelfranken oder die Drei-Flüsse-Stadt Passau in Niederbayern: allesamt sehenswerte Orte, aber touristisch überlaufen und keinesfalls Geheimtipps. Dank des Neun-Euro-Tickets lässt sich Bayern nun aber abseits des Rummels billig mit dem öffentlichen Nahverkehr erkunden. In der Ausflugsserie “9×9” stellt die SZ Touren für Wanderfans, Kulturbegeisterte und Naturliebhaber vor. Teil eins: die Ammergauer Alpen.

In Oberbayern lockt der Naturpark Ammergauer Alpen mit seinen Bergen und Flüssen. Die Rundwanderung “Unternogg-Runde” führt durch die beeindruckende Natur der geschützten Ammerschlucht. Vor etwa 120 000 Jahren suchte sich die Ammer ihren Weg Richtung Norden und schuf zwischen Peißenberg und Altenau die Ammerschlucht. 15 Kilometer von der Quelle entfernt, entstand dort ein Felsdurchbruch, die Scheibum. Sie besteht aus Mergel- und Sandstein und beeindruckt mit einer Länge von 600 Metern und Wänden, die bis zu 60 Meter aufragen. Die Wanderung führt auch an einem historisches Denkmal vorbei, dem Kraftwerk Kammerl. Es wurde von 1897 bis 1899 im Jugendstil erbaut und versorgte die erste elektrische Bahnlinie Deutschlands zwischen Murnau und Oberammergau mehr als hundert Jahre lang mit Strom. 2013 wurde das Kraftwerk stillgelegt und durch eine neue Anlage der Bahn ersetzt.

Die Anreise mit der Regionalbahn führt über Murnau bis zum Bahnhof Altenau, etwa eineinhalb Stunden vom Münchner Hauptbahnhof entfernt. Der leichte Wanderweg, der auch für Kinder geeignet ist, ist 11,3 Kilometer lang und führt 185 Meter bergauf und bergab durch eine abwechslungsreiche Landschaft. In Altenau durchquert man das Dorf in Richtung Norden zum Lehenkreutweg, der über Felder und Wiesen führt. Nach ungefähr drei Kilometern gelangt man in den Wald und kreuzt kurz darauf den Schwepbach. An der nächsten Weggabelung führt die Wanderung rechts nach einem Kilometer zum Wirtshaus Acheleschwaig mit bayerisch-regionaler Küche.

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(Foto: SZ-Grafik)

Die Straße führt weiter durch den Wald, kurz bevor sie die Ammer überquert, geht es rechts zum Aussichtspunkt Scheibum – eine erstaunliche Wildnis mitten in Oberbayern und Höhepunkt der Wanderung. Auf der anderen Seite der Ammer liegt das Kraftwerk Kammerl. Durch den Wald gelangt man nach ungefähr 2,5 Kilometern an die Halbammer, einen Zufluss der Ammer. Den Fluss überquert man bei der Einöde Unternogg nach links über die Königsstraße, sie führt wieder durch Wald und Wiesen zurück zur Ammer bis nach Altenau. Dort bietet der Dorfwirt auf dem Weg zum Bahnhof die Möglichkeit zum Einkehren.


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