Planegg: Wellenbad an der Würm bleibt geschlossen - Landkreis München

Planegg: Wellenbad an der Würm bleibt geschlossen – Landkreis München


28 Grad im Schatten, die Sonne brennt vom Himmel und die Freibäder füllen sich. Nicht so das beliebte Planegger Wellenbad. “Der Wasserstand ist viel zu niedrig. Das birgt große Gefahren”, sagte Rathaus-Geschäftsführer Stefan Schaudig am Freitag zur SZ. Und er macht wenig Hoffnung: “Da müsste es schon tagelang regnen, um den Pegel der Würm so anzuheben, dass man wieder gefahrlos ins Wasser springen kann.” Mindestens bis Pfingsten werde es dauern, möglicherweise auch viel länger. So lange bleibt das Bad geschlossen.

Derzeit ist der Pegel um rund 40 Zentimeter unter Normalmaß, das bedeutet: An manchen Stellen ist das Wasser nur einen halben Meter tief. “Wenn man da vom Ufer aus reinspringt, bedeutet das unter Umständen Lebensgefahr”, sagt Schaudig. Und die Gemeinde hat nicht das Personal, um die Badegäste zu beobachten. Manche Jugendliche springen auch von der Würmbrücke am Wehr ins Wasser. In den vergangenen Jahren hat es hier mehrfach Notfall-Einsätze gegeben. Eine zusätzliche Gefahr stellt das durch den niedrigen Wasserstand plötzlich “abgesackte” Holz-und Liegedeck dar. Es steht mehr als einen Meter über der Wasseroberfläche, eigentlich müsste die Gemeinde laut Schaudig ein stabiles Geländer montieren, damit niemand ins Wasser fallen kann.

Auch der Starnberger See hat weniger Wasser als gewöhnlich – der Pegel liegt 20 Zentimeter unter Normalmaß

Der niedrige Pegelstand der Würm entspricht dem extrem niedrigen Wasserstand des Starnberger Sees. Derzeit liegt er um rund 20 Zentimeter unter Normalmaß. Wasserwirtschaftler, sagt Schaudig, machen das zurückliegende Winterhalbjahr und die damit verbundene Trockenheit verantwortlich: “Und jetzt fehlt natürlich das Tauwasser vom Gebirge.”

Das Planegger Wellenbad war auch im vorigen Jahr Corona bedingt nur ein paar Wochen geöffnet. Immerhin gab es Tage mit bis zu 400 Besuchern. Das Wellenbad wurde vor 15 Jahren für einige Hunderttausend Euro komplett renoviert. Es gilt nicht als eigentliches Freibad, Bademeister oder anderes Personal gibt es nicht, dafür ist der Eintritt auch kostenlos. Vor Jahren hatte es um das hübsch gelegene Bad Aufregung gegeben, weil es von regelrechten Schwärmen von Kanada-Gänsen besucht wurde, die die neu angelegte Liegewiese verunreinigten. Sie sind mittlerweile auf andere Bereiche der Würm in der Umgebung ausgewichen.


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