Corona in Bayern - Weiter Maskenpflicht in Bus & Bahn - Bayern

Corona in Bayern: Fünf-Punkte-Plan für den Herbst – Bayern


Holetschek: Fünf-Punkte-Plan gegen mögliche Corona-Welle im Herbst

Freitag, 20. Mai, 8.34 Uhr: Mit einem Fünf-Punkte-Plan will Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) den Freistaat für eine mögliche neue Corona-Welle im Herbst wappnen. Dazu zählen ein Ausbau von Corona-Früherkennung und -Monitoring, das weitere Vorantreiben von Impfungen, das Weiterführen eines Testkonzepts, die Stärkung der Klinik- und Pflegekapazitäten und schließlich eine dauerhafte Stärkung der Gesundheitsämter. “Im Falle einer neuen Pandemie-Welle muss es den bestmöglichen Schutz geben”, betonte Holetschek am Freitag anlässlich der Vorstellung seines Corona-Konzepts. Bayern setze auf einen Dreiklang von Freiheit, Eigenverantwortung und Solidarität.

Konkret plant Holetschek, dass unter Leitung des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) ein effizientes Frühwarnsystem eingerichtet wird. Das Projekt zur Sequenzierung von Coronavirus-Varianten soll ausgeweitet werden, ebenso das Netz ausgewählter Arztpraxen, die die Verbreitung von Atemwegsinfektionen beobachten. Und auch das Abwassermonitoring zum Corona-Nachweis soll ausgebaut werden. “Mit diesen drei Modulen haben wir ein breit aufgestelltes System zur Prognose des Infektionsgeschehens.”

Die Impfzentren sollen beibehalten werden und bei Bedarf rasch hochgefahren werden können. Rechtzeitig vor dem Herbst wolle man auch nochmals für die Impfung werben. Das Pandemiezentrallager zur Versorgung mit Schutzausrüstung und medizinischen Geräten soll weiter aufrechterhalten bleiben.

Vom Bund fordert Holetschek, dass die Corona-Testverordnung “sinnvoll” verlängert wird. Zudem solle der Bund kostenfreie Bürgertests “zumindest für unsere Jüngsten und Ältesten über den Juni hinaus weiterhin ermöglichen”. Der Minister will außerdem die Arbeit der den Gesundheitsämtern zur Verfügung gestellten Contact-Tracing-Kräfte bis mindestens Mitte 2023 verlängern.

Regierung will an Maskenpflicht in öffentlichen Transportmitteln festhalten

Dienstag, 17. Mai, 11.14 Uhr: Bayern will auch im Sommer an der Maskenpflicht in Bus und Bahn festhalten. Eine Abschaffung des Mund-Nasen-Schutzes im öffentlichen Nah- und Fernverkehr käme zum jetzigen Zeitpunkt zu früh, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Montag dem Radiosender Antenne Bayern. Er sprach sich damit gegen einen Vorstoß von Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) aus, die Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Flugzeugen zu beenden.

Der Bund solle die Maskenpflicht in Bus und Bahn auch über den Sommer beibehalten, forderte Holetschek. Gerade hier kämen viele Menschen zusammen und Abstand sei oft nicht möglich. “Das Masketragen im Nah- und Fernverkehr dient dabei nicht nur dem Eigenschutz: Es hilft auch dabei, andere Menschen mit einem erhöhten Risiko für eine schwere Erkrankung vor einer Infektion zu schützen”, so Holetschek. Anders sieht das Bayerns FDP-Chef Martin Hagen. Auch in Bus und Bahn könnten sich die Bürger künftig eigenverantwortlich mit Masken schützen, wenn sie das möchten, sagte der Landtagsabgeordnete. Man solle sie aber nicht länger dazu verpflichten.

Holetschek kündigt neue Corona-Infokampagne im Herbst an

Dienstag, 17. Mai, 9.17 Uhr: Vor einer möglichen nächsten Corona-Welle zum Sommerende setzt Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek auf eine neue Informationsoffensive. “Wir müssen uns intensiv auf eine mögliche neue Pandemie-Welle im Herbst vorbereiten”, sagte der CSU-Politiker am Montagabend bei der Jahrestagung der bayerischen Zeitungsverleger in Oberstdorf.

Für die neue Informationsoffensive setze er auch auf die Unterstützung der Presse, sagte der Minister. Voraussichtlich ab Ende August solle sie für das Einhalten wichtiger Corona-Schutzregeln werben. “Die Pandemie hat uns gezeigt, dass es nicht reicht, rasch und richtig zu handeln. Auch die Kommunikation muss stimmen. Das Informationsbedürfnis der Menschen war und ist riesig.” Eine gezielte Kommunikation sei auch wichtig, “um gezielter Desinformation etwa aus den Reihen der ‘Querdenker’ zu begegnen”, sagte Holetschek. “Die Verbreitung falscher Inhalte entwickelte sich in den vergangenen beiden Jahren quasi zur eigenen Pandemie – der Infodemie.”

RKI: Corona-Inzidenz für Bayern erstmals seit Januar unter 500

Montag, 16. Mai, 10.30 Uhr: Die vom Robert Koch-Institut für Bayern gemeldete Corona-Inzidenz ist erstmals seit Mitte Januar wieder unter 500 gefallen. Am Montagmorgen meldete das Institut einen Wert von 483,4 für den Freistaat. Das sind 25,2 weniger als am Vortag und 60,1 weniger als vor Wochenfrist. Ihren Höhepunkt hatte die Inzidenz Ende März mit 2199,9 erreicht.

Die Zahlen sind allerdings mit großer Vorsicht zu interpretieren, da am Wochenende laut RKI-Dashboard keine neuen Fälle aus dem Freistaat gemeldet wurden. Bereits vergangene Woche hatte sich ein starker Rückgang über das Wochenende mit Tiefpunkt am Montag gezeigt auf dem am Dienstag dann mit den eingehenden Nachmeldungen ein kräftiger Anstieg folgte. Auch das RKI selbst weist auf die eingeschränkte Aussagekraft hin: Tagesaktuelle Schwankungen sollten – insbesondere am Wochenende und zu Wochenbeginn – nicht überbewertet werden.

Holetschek fordert Corona-Bonus auch für Hausarztpraxen

Samstag, 14. Mai, 13.32 Uhr: Auch Hausärzte und ihre medizinischen Fachangestellten sollten nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) einen Corona-Bonus erhalten. “In der Pandemie haben Sie sich als echtes Bollwerk in der Patientenversorgung erwiesen”, sagte er anlässlich der Mitgliederversammlung des Bayerischen Hausärzteverbandes in Erlangen am Samstag. Diesen Einsatz bei der Bewältigung der Pandemie sollte man deshalb anerkennen und wie bei den Beschäftigten in Krankenhäusern und Pflegeheimen einen Corona-Bonus zahlen, sagte Holetschek.

Eine entsprechende Forderung habe der Bund jedoch bisher verweigert. Die Unionsfraktion habe nun einen Antrag dazu im Bundestag eingebracht. Holetschek forderte außerdem von der Bundesregierung, eine Reform der Gebührenordnung für Ärzte noch in dieser Legislaturperiode anzugehen. Die aktuelle Fassung sei von 1996 und damals schon nur teilweise überarbeitet worden, betonte der Politiker. “Sie bildet den aktuellen wissenschaftlichen Stand und die Entwicklungen nicht mehr ab.” Der Bund müsse den Vorschlag von Bundesärztekammer und dem Verband der Privaten Krankenversicherung für ein neues Leistungsverzeichnis nun aufgreifen.

300 Euro Bußgeld für Verstöße gegen Corona-Impfpflicht in Pflege

Mittwoch, 11. Mai, 12.31 Uhr: Verstöße gegen die Corona-Impfpflicht in der Pflege sollen in Bayern nur mit einem Bruchteil des möglichen Bußgeldes von 2500 Euro geahndet werden. Der rein theoretische Bußgeldrahmen werde in Bayern nicht vollständig ausgeschöpft, “im Regelfall wird ein Bußgeld maximal 300 Euro betragen”, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums dem Coburger Tageblatt. Vorgaben für Bußgelder gebe es keine: “Es obliegt den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden, im konkreten Einzelfall eine angemessene Höhe festzulegen.”

Dabei sollen den Ministeriumsangaben zufolge auch eine etwaige Teilnahme an der empfohlenen Impfberatung, die finanzielle Situation beziehungsweise das Einkommen der Betroffenen, die regionale und einrichtungsbezogene Versorgungssituation sowie eine mögliche Gefährdung der Versorgungssicherheit durch eine Kündigung mit einbezogen werden.

Nach Ministeriumsangaben wurden bis zum Stichtag 8. Mai 30 742 Personen in der Pflege gemeldet, die weder als geimpft noch als genesen gelten. Landesweit seien in den Bereichen Pflege und Gesundheitswesen rund 780 000 Personen beschäftigt (Stand 2019).

Milliarden für bayerisches Gewerbe

Donnerstag, 5. Mai, 11.42 Uhr: Mehr als 12,5 Milliarden Euro Hilfsgelder sind seit Beginn der Corona-Krise in Bayern an Selbstständige, Betriebe und Einrichtungen gezahlt worden. Allein die über die Industrie- und Handelskammer abgewickelten Programme summieren sich auf 10,3 Milliarden Euro, wie die IHK für München und Oberbayern am Donnerstag mitteilte. Hinzu kommen laut Wirtschaftsministerium 2,23 Milliarden Euro aus den über die Bezirksregierungen ausgezahlten Soforthilfen. 41,1 Prozent der über die IHK ausgezahlten Hilfsgelder gingen den Angaben zufolge an das von der Pandemie besonders betroffene Gastgewerbe. Knapp 14 Prozent habe der Handel erhalten. Auf Rang drei liegen mit knapp zwölf Prozent die Bereiche Kunst, Unterhaltung und Erholung. Dazu gehören unter anderem Museen, Theater, Konzertveranstalter, Freizeitparks und Fitnessstudios.

Die ausgezahlte Summe umfasst den Angaben zufolge 13 Hilfsprogramme, darunter die Überbrückungshilfen I bis IV, Neustarthilfen, die November-, Dezember- sowie die bayerische Oktoberhilfe. Insgesamt gingen bislang 416 000 Anträge ein, von denen rund 380 000 abschließend bearbeitet seien. Im Schnitt beträgt die Auszahlung im Falle eines erfolgreichen Antrags rund 27 000 Euro.

Keine Corona-Zahlen mehr am Wochenende

Montag, 2. Mai, 13.17 Uhr: Die bayerischen Gesundheitsämter müssen an Wochenenden und Feiertagen keine aktuellen Corona-Zahlen mehr ans Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) melden. “Die Datenübermittlung der Gesundheitsämter an das LGL erfolgt am folgenden Arbeitstag”, hieß es am Montag auf der LGL-Internetseite. Entsprechend meldet das LGL an Wochenenden und Feiertagen auch keine Infektionszahlen mehr an das Robert-Koch-Institut (RKI) weiter, sondern am folgenden Arbeitstag. Das RKI betont: “Tagesaktuelle Schwankungen sollten daher – insbesondere am Wochenende und zu Wochenbeginn – nicht überbewertet werden.” Für die Beurteilung des Verlaufs sei die Betrachtung des Wochenvergleichs zielführender. Auch andere Bundesländer melden aufgrund der veränderten pandemischen Lage und der deutlich zurückgegangenen Sieben-Tage-Inzidenzen an Wochenenden und Feiertagen keine Corona-Zahlen mehr ans RKI weiter.

Ende der Corona-Tests an Schulen und Kitas beschlossen

Dienstag, 26. April, 12.27 Uhr: Es bleibt dabei: Die regelmäßigen Corona-Tests an Schulen und die Testpflichten in Kindergärten und Kitas in Bayern laufen Ende dieser Woche aus. Das Kabinett beschloss am Dienstag formal, die entsprechenden Vorschriften aus der Corona-Verordnung zu streichen. Das teilte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach der Kabinettssitzung – diesmal wieder in Präsenz – in München mit. Damit müssen Schülerinnen und Schüler in dieser Woche letztmalig Corona-Selbsttests machen. Auch die regelmäßigen PCR-Tests an Grundschulen und in den fünften und sechsten Klassen an weiterführenden Schulen entfallen. Bei einem Infektionsfall in einer Klasse gibt es ebenfalls keine Tests mehr an den Schulen. Parallel dazu fallen auch alle Testpflichten im Bereich der Kinderbetreuung weg. Kostenlose Corona-Selbsttests, etwa über Gutscheine für Apotheken, werden dann ebenfalls nicht mehr angeboten. “Aus unserer Sicht ist die akute Bedrohung durch das Virus derzeit gebannt”, sagte Herrmann. Derzeit deute alles auf Entspannung hin.

Drohanrufer im Impfzentrum fliegt auf

Montag, 25. April, 13.43 Uhr: Ein Mann ist nach einem Drohanruf im Bamberger Impfzentrum von der Polizei gefasst worden. Den Ermittlungen zufolge soll er Ende Februar mit unterdrückter Nummer im Impfzentrum angerufen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern körperliche Gewalt angedroht haben. Außerdem soll er gesagt haben, er wolle die Impfstoff-Bestände verbrennen. Der Kripo gelang es, den Anruf zurückzuverfolgen, wie ein Sprecher der Polizei am Montag mitteilte. In der vergangenen Woche stellten die Ermittler den 29-Jährigen in seiner Nürnberger Wohnung. Er muss sich nun wegen Bedrohung verantworten.

Corona-Inzidenz im Freistaat sinkt weiter

Montag, 25. April, 8.03 Uhr: Die Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Bayern ist binnen einer Woche weiter gesunken. Dennoch ist unklar, ob die Daten der Gesundheitsämter die tatsächliche Infektionslage zeigen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl an Fällen aus, die nicht vom Robert Koch-Institut (RKI) erfasst werden – wegen überlasteter Gesundheitsämter und weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik.

Am Montag meldete das RKI für den Freistaat eine Sieben-Tage-Inzidenz von 802,4 – vor einer Woche lag der Wert noch bei 939,5. Die Inzidenz gibt den Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche an. Genau 7784 Neuinfektionen und drei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus kamen innerhalb eines Tages hinzu. Alle Zahlen geben den Stand des RKI-Dashboards von Montag, 3.11 Uhr, wieder. Auch auf den Intensivstationen ist die Zahl der Corona-Patienten in den vergangenen Tagen zurückgegangen: Das Divi-Intensivregister meldete am Montag (Stand 6.05 Uhr) 239 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, am Montag zuvor waren es noch 285.

Schulstart nach den Osterferien – noch eine Woche Testpflicht

Montag, 25. April, 7.26 Uhr: Nach zwei Wochen Osterferien geht für die Schülerinnen und Schüler in Bayern an diesem Montag der Unterricht wieder los – und für sie gilt in den nächsten fünf Tagen weiterhin die Corona-Testpflicht. Damit will die Staatsregierung den nach den Ferien befürchteten höheren Infektionszahlen begegnen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) riet bereits zu besonderer Vorsicht. Denn: Zum 1. Mai laufen die Regelungen zu den generellen, anlasslosen Tests für Schüler und die 3G-Regelung für Lehrkräfte und die anderen Beschäftigen dann aus. Für Kindergärten in Bayern gilt dasselbe: In dieser Woche muss noch getestet werden, vom 1. Mai an nicht mehr.

Am nächsten Mittwoch beginnen außerdem für rund 35 000 bayerische Schüler die Abiturprüfungen. Maßnahmen wegen der Corona-Pandemie gibt es laut Kultusministerium dieses Jahr nicht mehr. Es sei keine Testpflicht geplant, und die Abiturienten könnten selbst entscheiden, ob sie einen Mund-Nasen-Schutz tragen wollen.

Holetschek: Keine Impfpflicht für Pflege ohne allgemeine Impfpflicht

Sonntag, 24. April, 15.57 Uhr: Ohne eine allgemeine Corona-Impfpflicht muss nach Ansicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek auch die Impfpflicht für Pflegeberufe schnellstmöglich ausgesetzt werden. Bis Mittwoch müsse die Bundesregierung “endlich zu einem neuen Vorstoß für eine allgemeine Impfpflicht durchringen. Nur dann macht ein Festhalten an der einrichtungsbezogenen Impfpflicht einen Sinn”, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München.

Am Mittwoch wird sich der Bundestag bei einer öffentlichen Anhörung mit der Impfpflicht für Beschäftigte in Einrichtungen wie Kliniken und Pflegeheimen befassen, die seit Mitte März greift. Diese ist qua Gesetz bislang nur bis zum Jahresende vorgeschrieben und würde wieder wegfallen, sollte das Infektionsschutzgesetz nicht erneut geändert werden. Kritiker monieren, dass somit die Gesundheitsämter für ungeimpfte Mitarbeiter in der Pflege ab dem 1. Juli Betretungs- bzw. Tätigkeitsverbote aussprechen müssten, diese dann aber ab Januar 2023 wieder arbeiten dürften.

Laut Holetschek muss Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nun die Umsetzung einer allgemeinen Impfpflicht zur Chefsache machen. Er müsse sich “so schnell wie möglich” mit den Fraktionsvorsitzenden aller demokratischen Parteien im Bundestag und dem Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz zusammensetzen und eine mehrheitsfähige Lösung finden. “Sonst muss die einrichtungsbezogene Impfpflicht schnellstmöglich ausgesetzt werden.” Eine einseitige Impf-Verpflichtung der Beschäftigten in der Pflege sei nicht nur unfair, sondern auch nicht verhältnismäßig. “Denn sie war immer nur als erster Schritt hin zu einer allgemeinen Impfpflicht gedacht”, sagte Holetschek.

Er warnte zugleich davor, das Thema wegen aktuell rückläufiger Zahlen nicht mehr ernst zu nehmen: “Zwar scheint es derzeit, eine gewisse Entspannung bei den Corona-Zahlen zu geben. Aber das darf nicht zur Folge haben, dass die Bundesregierung die Hände in den Schoß legt. Denn wir dürfen nicht unvorbereitet in den Herbst gehen, wenn die nächste Corona-Welle droht.” Bayern arbeite dazu mit Expertinnen und Experten intensiv an einem Konzept für den Herbst. “Aber wichtig ist auch eine allgemeine Impfpflicht, zumindest für Ältere. Die Bundesregierung darf in dieser Frage nicht vor den Impfgegnern einknicken”, betonte Holetschek. Das vorläufige Scheitern einer allgemeinen Impfpflicht im Bundestag sei vor allem darauf zurückzuführen, dass der Kanzler kein eigenes Konzept vorgelegt, sondern sich weggeduckt habe. Ein fraktionsübergreifender Entwurf für eine allgemeine Impfpflicht war Anfang April im Bundestag klar gescheitert. Scholz hatte deutlich gemacht, dass er nun keine Basis für einen erneuten Anlauf sieht

Weniger junge Komasäufer im ersten Pandemiejahr

Dienstag, 19. April, 15.15 Uhr: Im Pandemiejahr 2020 sind bayerische Kinder und Jugendliche deutlich seltener wegen Komasaufens im Krankenhaus behandelt worden als im Vorjahr. Insgesamt wurden 2037 Mädchen und Jungen zwischen zehn und 19 Jahren wegen Alkoholmissbrauchs in einer Klinik im Freistaat stationär aufgenommen, wie die Krankenkasse DAK Bayern unter Berufung auf bislang noch nicht veröffentlichte Zahlen des Statistischen Landesamtes der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr – als es weder Lockdowns noch Kontaktbeschränkungen gab – ist das ein Rückgang um 46 Prozent.

1174 Jungen und 863 Mädchen mit Wohnsitz im Freistaat wurden den Angaben zufolge nach einem Rausch in Bayerns Kliniken behandelt. Bei den Jungen sanken die Fallzahlen mit minus 50 Prozent zwar deutlicher als bei den Mädchen mit minus 44 Prozent. Dennoch betrafen fast sechs von zehn Klinikeinweisungen den männlichen Nachwuchs.

“Alkoholkonsum kann bereits in kleinen Mengen vor allem für junge Menschen gefährliche Folgen haben. So erhöht Alkohol das Risiko dafür, die Entwicklung des Gehirns zu schädigen und psychisch oder körperlich krank zu werden”, warnte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU).

Die Leiterin der DAK Bayern, Sophie Schwab, befürchtet einen Nachholeffekt mit einem sprunghaften Anstieg der Klinik-Einweisungen nach dem Auslaufen der Corona-Beschränkungen. Umso wichtiger seien Präventionsmaßnahmen wie der Ende April zu Ende gehende DAK-Plakatwettbewerb “bunt statt blau”. Auch dessen Schirmherr Holetschek teilt Schwabs Anliegen – “besonders jetzt, wo Clubs wieder geöffnet sind und Feiern und Volksfeste wieder stattfinden”.

Viele Einsprüche gegen Corona-Bußgelder

Ostermontag, 18. April, 19.02 Uhr: Bürger haben bei Corona-Bußgeldern in vielen bayerischen Kommunen häufiger Einspruch erhoben als bei anderen Geldstrafen. So antwortete die Stadt München auf eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur, dass die Einspruchsquote bei Corona-Verstößen in etwa doppelt so hoch sei im Vergleich zu sonstigen Ordnungswidrigkeiten. Auch in Nürnberg spricht eine Mitarbeiterin des Rechtsamts von “deutlich höheren” Einspruchsquoten. In Regensburg geht man ebenfalls davon aus, dass die Zahlungsbereitschaft für Corona-Geldstrafen eher geringer ist: “Insbesondere Bußgelder, die wegen nicht getragenem Mund-Nasen-Schutz verhängt werden, treffen häufig auf wenig Akzeptanz. Konkrete Zahlen hierzu liegen jedoch nicht vor”, sagte eine Sprecherin. Der Sprecher der Stadt Würzburg berichtete über keine signifikanten Unterschiede bei der Zahlungsbereitschaft.

Die Corona-Bußgelder bescherten den Städten zwar zusätzliche Einnahmen, ließen aber auch den Arbeitsaufwand in den Bußgeldstellen nach oben schnellen. In München summierten sich die verhängten Geldbußen seit Beginn der Pandemie auf rund 2,8 Millionen Euro. In der Bußgeldstelle arbeiten nach Angaben der Stadt normalerweise 40 Menschen – seit Corona habe sich das Aufkommen mehr als verdoppelt, durch interne Umschichtungen seien 27 Stellen dazugekommen. “Seit März 2020 ahndet die Bußgeldstelle einen ganzen Katalog von Ordnungswidrigkeiten, die es vorher nicht gab. Das ist eine noch nie dagewesene Herausforderung, die nur mit deutlich mehr Personal effizient bewältigt werden kann”, sagte der Sprecher des Münchner Kreisverwaltungsreferats (KVR).

In Nürnberg wurden bislang Bußgelder in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro verhängt, in Regensburg rund 840 000 Euro, und in Würzburg etwa 600 000 Euro. Es handelt sich jeweils um die verhängten Geldstrafen, nicht um die tatsächlich eingegangenen Zahlungen.

Mehr als 90 Prozent der Pflegekräfte sind mindestens zweimal geimpft

Ostermontag, 18. April, 10.54 Uhr: Die Impfquote bei Beschäftigten in bayerischen Pflegeeinrichtungen ist nach Angaben von Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) weiter gestiegen. Knapp 92 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien mindestens zweimal gegen Corona geimpft, nur 6,5 Prozent seien komplett ungeimpft. “In der Pflege sind aktuell 91,9 Prozent der Beschäftigten mindestens grundimmunisiert. Das sind fast sechs Prozent mehr als noch zu Beginn des Jahres”, sagte Holetschek nach Ministeriumsangaben am Ostermontag und sprach von einer positiven Entwicklung.

Geboostert, also zum dritten Mal geimpft, sind ihm zufolge allerdings nur 64,4 Prozent der Beschäftigten. Dabei sei allerdings zu beachten, dass viele Mitarbeiter eine Infektion durchgemacht hätten – “und sich womöglich deshalb noch keine Auffrischungsimpfung haben geben lassen”. In vielen Pflegeeinrichtungen habe es schließlich Corona-Ausbrüche gegeben.

Holetschek fordert neuen Vorstoß für Impfpflicht

Ostermontag, 18. April, 10.32 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holteschek (CSU) fordert einen neuen Vorstoß der Bundesregierung für eine allgemeine Impfpflicht. “Uns allen muss klar sein: Am besten sind vulnerable Gruppen dann geschützt, wenn sich möglichst viele Menschen impfen lassen”, sagte er laut einer Mitteilung seines Ministeriums am Ostermontag in München.

Sollte dies nicht geschehen, muss Holetschek zufolge “auch die einrichtungsbezogene Impfpflicht auf den Prüfstand”https://www.sueddeutsche.de/bayern/.”Denn alles andere wäre denjenigen gegenüber unfair, die seit zwei Jahren an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen.” In Bayern sind nach Angaben des Ministers knapp 92 Prozent der Pflegekräfte mindestens zweimal geimpft und nur 6,5 Prozent komplett ungeimpft.

Ein von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) unterstützter Kompromissentwurf mehrerer Abgeordneter für eine Impfpflicht zunächst von 60 Jahren an war Anfang April im Bundestag klar gescheitert. Der Kanzler hatte seit Monaten für eine Impfpflicht als Vorsorge für den Herbst geworben. Wegen Meinungsverschiedenheiten in der Koalition wurde dazu aber kein Regierungsentwurf erarbeitet.

4100 Dosen seit Januar in bayerischen Apotheken verimpft

Ostermontag, 18. April, 9.14 Uhr: In bayerischen Apotheken sind seit dem dortigen Corona-Impfbeginn vor rund zweieinhalb Monaten lediglich etwa 4100 Dosen verimpft worden. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. “Bislang hat das Impfangebot in den Apotheken leider noch keinen großen neuen Impuls bei den Menschen setzen können, sich doch noch für eine Impfung zu entscheiden”, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek der Deutschen Presse-Agentur.

Dennoch halte er das Angebot für einen wichtigen Baustein der Impfstrategie, so der CSU-Politiker. Der Bayerische Apothekerverband verweist darauf, dass die Impfnachfrage allgemein stark zurückging, “aber im Kampf gegen die Corona-Pandemie zählt jede Impfung und die Apothekerinnen und Apotheker leisten dazu ihren Beitrag”. Holetschek lenkt den Blick auch in Richtung Herbst und Winter: “Sollte wie Ende vergangenen Jahres die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen wieder sprunghaft ansteigen, stehen durch die Einbeziehung der Apotheken in die Impfstrategie zusätzliche dezentrale impfende Stellen bereit.”

Die Homepage der Bayerischen Apothekerkammer listete zuletzt 247 Apotheken, die zum Impfen gegen Corona berechtigt sind. Wie viele von ihnen tatsächlich auch Impfen ist aber unklar. Apotheker, die impfen wollen, müssen eigene aus fünf Modulen bestehende Schulungen mit theoretischen und praktischen Anteilen durchlaufen. Insgesamt gibt es rund 3000 Apotheken im Freistaat. Ende Januar waren die ersten Menschen in Apotheken gegen Corona geimpft worden.

Corona-Inzidenz in Bayern bleibt zu Ostern unter 1000

Ostermontag, 18. April, 8.26 Uhr: Die Corona-Inzidenz in Bayern bleibt unter der 1000er-Marke. Das Robert Koch-Institut meldete am Ostermontag 939,5 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in einer Woche. Allerdings sind die Zahlen derzeit generell mit Vorsicht zu genießen: Das RKI wies darauf hin, dass in der Ferienzeit weniger getestet und gemeldet werde. Experten gehen zudem ohnehin schon von einer hohen Dunkelziffer aus, da beispielsweise nicht alle Infizierten einen PCR-Test zum Nachweis der Infektion machten.

Die bayerischen Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben vom Ostermontag binnen 24 Stunden 10 008 neue Corona-Fälle und drei weitere Todesfälle. Auf den Intensivstationen der bayerischen Krankenhäuser wurden am Montag (Stand: 9.05 Uhr) 285 Menschen wegen Covid-19 behandelt. Die bayernweit höchste Inzidenz wurde mit 2724,3 für den Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz ausgewiesen, der damit auch bundesweit an der Spitze lag. Am niedrigsten war sie im Landkreis Regen mit 469,5.

Inzidenz fällt unter 1000

Samstag, 16. April, 9.46 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern ist zum ersten Mal seit Monaten wieder unter die Marke von 1000 gefallen. Am Karsamstag meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) 975,7 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Am Vortag lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 1061,1 und vor genau einer Woche bei 1355,9. Den Höchststand im Freistaat hatte der Wert am 23. März dieses Jahres mit 24074, seither fallen die Zahlen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter im Freistaat 12 733 Corona-Neuinfektionen und neun Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Spitzenreiter bei der Inzidenz ist landes- und bundesweit der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 2826,4, danach folgen die Landkreise Kulmbach (1549,8) und Coburg (1538,6). Die bayernweit niedrigsten Werte meldeten die Landkreise Regen (556,2), Berchtesgadener Land (622,6) und Garmisch-Partenkirchen (679,7).

Allerdings dürften die Zahlen nicht das tatsächliche Infektionsgeschehen im Freistaat abbilden. Das RKI wies darauf hin, dass in der momentanen Ferienzeit weniger getestet und gemeldet werde. Experten gehen zudem von einer hohen Dunkelziffer aus.

Auch auf den Intensivstationen ist die Zahl der Corona-Patienten in den vergangenen Tagen konstant: Das Divi-Intensivregister meldet am Samstag (Stand 9.18 Uhr) 294 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, 112 davon mussten invasiv beatmet werden.

Zehntausende Novavax-Dosen aus Impfzentren nur bis Ende Juli haltbar

Donnerstag, 14. April, 17.49 Uhr: Zehntausende Impfdosen gegen das Corona-Virus mit dem Impfstoff Novavax, die in bayerischen Impfzentren gelagert werden, sind nur noch bis Ende Juli haltbar. Wie viele von insgesamt mehr als 180 000 Dosen letztendlich verworfen werden müssen, hänge “stark von der Nachfrage ab”, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in München. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk berichtet. Der Impfstoff von Novavax ist seit seiner Einführung im März ein Ladenhüter.

Dabei handelt es sich um einen Proteinimpfstoff – also eine andere Technologie als bei den meist eingesetzten mRNA-Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna, gegen die manche Bedenken haben. Die Hoffnungen waren deshalb groß, dass sich einige doch noch für eine Corona-Impfung entscheiden. Die Einführung des Noravax-Präparats fiel zudem in eine Zeit, in der die Zahl der Impfungen ohnehin rückläufig war.

Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) sagte dem BR: “Gut ist es nicht, wenn wir Impfstoff verwerfen müssen. Das ist völlig klar und das will auch keiner. Deswegen haben wir auch alle aufgefordert, natürlich bedarfsgerecht zu bestellen.” Die Ministeriumssprecherin ergänzte, Bayern arbeite intensiv daran, möglichst wenig wegwerfen zu müssen. “Dennoch lässt sich der Verwurf von Impfdosen natürlich nicht gänzlich vermeiden. Die Bedarfsberechnungen beruhen auf Schätzungen und die Impfnachfrage kann stark schwanken.”

Impfdosen könnten auch zwischen Impfzentren umverteilt werden, wenn der Bedarf anders ausfalle als erwartet, erläuterte die Sprecherin. “So kann der Impfstoff dort eingesetzt werden, wo er auch wirklich gebraucht wird.” Zudem können Impfdosen für Spenden an den Bund zurückgegeben werden – auch das habe Bayern bereits gemacht. Die Zuständigkeit für eine Weitergabe in andere Länder liege dann beim Bund.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Mittwoch, 13. April, 13.06 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern sinkt stetig weiter. Am Mittwoch meldet das Robert Koch-Institut (RKI) 1162,9 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche. Am Vortag lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 1218,2 und vor genau einer Woche bei 1628,0. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter im Freistaat 29 840 Corona-Neuinfektionen und 53 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Spitzenreiter war der Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 2657,1, der bundesweit an dritter Stelle steht. Die bayernweit niedrigsten Werte meldeten die Landkreise Regen (628,6), Berchtesgadener Land (708,2) und Garmisch-Partenkirchen (800,9). Das RKI hält die Aussagekraft der Daten jedoch für eingeschränkt. So werden nach Einschätzung von Fachleuten Fälle nicht erfasst, etwa weil die Behörden überlastet sind oder weil nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. Nur diese zählen in der Statistik.

Auch auf den Intensivstationen ist die Zahl der Corona-Patienten in den vergangenen Tagen zurückgegangen: Das Divi-Intensivregister meldet am Mittwoch (Stand 8.18 Uhr) 293 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, 120 davon mussten invasiv beatmet werden.

Bayern verkürzt Corona-Isolation ab Mittwoch auf nur noch fünf Tage

Dienstag, 12. April, 15.14 Uhr: Corona-Infizierte müssen in Bayern bereits von diesem Mittwoch (13. April) an nur noch fünf Tage in Isolation – diese fünf Tage sind aber verpflichtend, nicht freiwillig. Ein abschließendes Freitesten ist nicht notwendig. Voraussetzung ist allerdings eine Symptomfreiheit von mindestens 48 Stunden. Das teilte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) am Dienstag mit. Außerdem entfällt die Quarantäne für enge Kontaktpersonen vollständig. Der Freistaat weicht mit dieser Neuregelung von der bisherigen bundesweiten Linie ab: Eigentlich war deutschlandweit eine Verkürzung der Isolation erst ab dem 1. Mai geplant.

Bei bestehenden Symptomen müssen Infizierte in Isolation bleiben, bis diese 48 Stunden lang nicht mehr bestehen, maximal aber 10 Tage. Die entsprechend geänderte Allgemeinverfügung gilt ab Mitternacht. “Die Isolation ist weiterhin verpflichtend – eine Corona-Infektion ist keine Privatsache”, sagte Holetschek. Aber Bayern entwickle seine Corona-Strategie weiter und passe sie an die aktuelle Lage an. “Die Saison der akuten Atemwegsinfektionen nähert sich dem Ende, der Infektionsdruck sinkt, und die Krankenhausbelastung ist stabil”, sagte er. “Daher halten wir es für mehr als vertretbar, die Anordnung der Isolation auf fünf Tage zu verkürzen und die Quarantäne für enge Kontaktpersonen aufzuheben.” Zudem entspreche dieses Vorgehen den Überlegungen des Robert Koch-Instituts, das zuletzt sogar eine freiwillige Selbstisolation für zulässig gehalten hatte. “Und auch international ist eine fünftägige Isolation etabliert.”

Der Präsident des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Christian Weidner, sagte: “Bestehen nach fünf Tagen noch akute Symptome wie Fieber oder Husten, ist noch von einer Ansteckungsfähigkeit auszugehen. Klingen die Symptome ab, ist es aus fachlicher Sicht geboten, noch 48 Stunden zu warten, bis die Isolation endgültig beendet werden kann.” Es gibt allerdings auch Ausnahmen: Wer etwa in Kliniken oder Pflegeheimen arbeitet, kann laut Holetschek nach dem Ende der Isolation erst dann wieder arbeiten, wenn ein negatives Testergebnis vorgelegt wird, entweder ein negativer Antigentest oder ein PCR-Test mit einem Ct-Wert über 30. “So stellen wir den Schutz sicher”, sagte der Minister. Für alle anderen Bürgerinnen und Bürger sei eine abschließende Testung nicht mehr notwendig. “Gleichwohl appellieren wir an die Menschen, sich verantwortungsvoll zu verhalten. Das heißt, wir empfehlen deshalb, nach Isolationsende noch eine Zeit lang eine Maske zu tragen und Kontakte zu reduzieren”, fügte er hinzu.

Auch wenn die Quarantäne für enge Kontaktpersonen, die nicht geimpft oder genesen sind, vollständig entfällt, betonte Holetschek: “Natürlich bitten wir die Infizierten weiterhin, ihre engen Kontakte über ihre Infektion zu informieren. Den engen Kontaktpersonen empfehlen wir zudem, Kontakte zu reduzieren und im Home-Office zu arbeiten, wenn dies möglich ist, und sich freiwillig fünf Tage lang selbst zu testen.”

Mehr Magersucht seit Corona – auch Jüngere betroffen

Montag, 11. April, 11.03 Uhr: Die Zahl der an Magersucht erkrankten Kinder und Jugendlichen ist Fachleuten zufolge während der Corona-Krise gestiegen. “Dadurch, dass die Zahlen so zugenommen haben, fehlen Therapieplätze”, sagt der Vorsitzende Andreas Schnebel vom Bundesfachverband Essstörungen. “Auch in den stationären Einrichtungen wird es eng.” Und er sieht noch eine andere besorgniserregende Entwicklung: Die Patientinnen werden jünger.

Magersucht betrifft vor allem Mädchen in der Pubertät. In der Münchner Beratungsstelle, die Schnebel leitet, tauchen seinen Angaben nach seit einigen Jahren aber auch immer jüngere Mädchen auf, teilweise schon 8- oder 9-Jährige. “Das hängt damit zusammen, dass heute alles früher anfängt, wie die Pubertät und der Zugang zu sozialen Medien”, sagt der Fachmann.

Verschiedene Studien stützten diese Vermutungen, sagt Silja Vocks, Professorin für Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Osnabrück. Die früher einsetzende Pubertät könne dazu führen, dass die körperliche Reife möglicherweise nicht kompatibel mit der psychischen Reife sei. Gleichzeitig seien Kinder und Jugendliche immer früher in den sozialen Medien unterwegs, wo sie permanent mit geschönten Bildern konfrontiert würden. “Je fragiler das Körperbild, desto offener ist man für diesen Einfluss.”

Holetschek für Milde bei Verstößen gegen Pflege-Impfpflicht in Bayern

Montag, 11. April, 7.05 Uhr: Nach dem Scheitern einer allgemeinen Impfpflicht will Bayern bei Verstößen gegen die einrichtungsbezogene Regelung für Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialbereich Milde walten lassen. “Wir werden in Bayern in Bezug auf Sanktionen großzügig verfahren und prüfen, den bundesrechtlichen Bußgeldrahmen nicht auszuschöpfen, sondern nur deutlich reduziert anzuwenden”, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek der Augsburger Allgemeinen. Man werde alle Spielräume ausnutzen, die das Gesetz hergebe. “Alles andere wäre denjenigen gegenüber unfair, die seit zwei Jahren an vorderster Front gegen die Pandemie kämpfen”, so der CSU-Politiker.

Dennoch sieht Holetschek noch eine Chance für eine allgemeine Impfpflicht. “Die Mehrheit der Bevölkerung und auch die Mehrheit im Bundestag sind ja dafür”, sagte er. Der CSU-Politiker kritisierte Bundeskanzler Olaf Scholz dafür, eine Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (beide SPD) für einen neuen Anlauf für eine gesetzliche Impfpflicht einkassiert zu haben. “Ich habe das Gefühl, die Bundesregierung gibt die Pandemiebekämpfung auf”, sagte Holetschek. Der Bund müsse über den Sommer einen Kurs für den Herbst und sinnvolle Werkzeuge für die Pandemiebekämpfung entwerfen, sagte der bayerische Minister. Die Länder dürften dabei nicht allein gelassen werden. Der von Scholz und Lauterbach unterstützte Kompromiss für eine Impfpflicht ab 60 Jahren war am Donnerstag im Bundestag durchgefallen.

Große Mehrheit trägt offenbar beim Einkauf weiter Maske

Samstag, 9. April, 13.05 Uhr: Trotz Wegfalls der Maskenpflicht trägt nach Einschätzung des Handelsverbands Bayern eine große Mehrheit der Bürger beim Einkaufen bislang weiter Maske. In größeren Geschäften seien es mutmaßlich an die 80 bis 90 Prozent, sagte Sprecher Bernd Ohlmann. In kleineren Geschäften werde zwar eher auf die Maske verzichtet, aber auch dort sind die Maskenträgerinnen und -träger demnach in der Mehrheit.

Die Maskenpflicht beim Einkaufen gilt seit 3. April nicht mehr. Einen Kaufrausch hatte die Abschaffung nicht zur Folge. Sowohl die Corona-Pandemie als auch der Ukraine-Krieg drücken dem Handelsverband zufolge auf die Stimmung. Im Einzelhandel leiden viele Geschäfte außerdem derzeit unter Personalausfällen. “Wir haben einen sehr hohen Krankenstand von mehr als zehn Prozent”, sagte Ohlmann.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

Mittwoch, 6. April, 7.06 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Bayern ist weiterhin rückläufig. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet für den Freistaat am Mittwoch einen Wert von 1628,0, am Dienstag lag er bei 1693,0. Die Gesundheitsämter in Bayern meldeten dem RKI allerdings 40 673 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden. 51 Menschen starben an oder mit Covid-19.

Der Landkreis Miesbach hat weiterhin den höchsten Inzidenzwert in Bayern mit 2679,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Es folgen der Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim (2487,4) sowie die Stadt Hof (2415,2). Auf den Intensivstationen ist die Zahl der Corona-Patienten ebenfalls wieder deutlich gefallen: Das Divi-Intensivregister meldete am Mittwoch (Stand 6.18 Uhr) 377 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, am Vortag waren es noch 404.

Generelle Tests an Schulen fallen im Mai weg

Dienstag, 5. April, 12.36 Uhr: Das Testkonzept an Schulen und Kindergärten wird in Bayern vom 1. Mai 2022 an neu ausgerichtet. Generelle Testungen an den Schulen und in der Kindertagesbetreuung werden eingestellt. Das teilt die Bayerische Staatskanzlei mit. Damit werde den geplanten neuen Isolations- und Quarantäneempfehlungen des Bundes Rechnung getragen und der voraussichtliche Rückgang der Infektionszahlen berücksichtigt, der mit dem Ausklingen der Erkrankungssaison für Atemwegserreger und durch die Überschreitung des Höhepunktes der Omikron-Welle erwartet werde.

Bis zum 30. April werde das derzeitige Testkonzept an den Schulen und in der Kindertagesbetreuung beibehalten. Für den Bereich der Kindertageseinrichtungen besteht der Staatskanzlei zufolge zudem bis zum 31. August die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis die Kita-Kinder mittels PCR-Pooltestungen zu testen.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt

Dienstag, 5. April, 7.04 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Bayern ist weiterhin rückläufig. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet für den Freistaat am Dienstag einen Wert von 1693,0. Am Montag lag er bei 1803,8. Die Gesundheitsämter in Bayern meldeten dem RKI 20 467 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden. 49 Menschen starben an oder mit Covid-19.

Der Landkreis Miesbach hat den höchsten Inzidenzwert in Bayern mit 2741,0 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Es folgen die Stadt Hof (2532,5) sowie der Landkreis Kulmbach (2412,2). Auf den Intensivstationen ist die Zahl der Corona-Patienten leicht gestiegen: Das Divi-Intensivregister meldete am Dienstag (Stand 6.18 Uhr) 404 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat.

Masken im Einzelhandel: Viele Empfehlungen, wenig Pflicht

Montag, 4. April, 8.43 Uhr: Nach dem Wegfall der staatlich vorgegebenen Maskenpflicht im bayerischen Einzelhandel werden Kunden in den meisten Fällen die Wahl haben, ob sie ihr Gesicht bedecken. Die großen Lebensmittel- und zahlreiche andere Handelsketten haben klar gemacht, dass sie nicht per Hausrecht auf dem Tragen von Masken bestehen werden. Und auch bei kleineren Geschäften wird dies nur eine Minderheit tun, wie eine Umfrage des Handelsverbands zeigt.

Zu den Ketten, die nach eigener Aussage keine Maske fordern wollen, gehören unter anderem Edeka, Rewe inklusive Penny und der Baumarktkette Toom, Lidl inklusive Kaufland, Aldi Süd, Ikea, Gartencenter-Betreiber Dehner, Globus, die Bekleidungskette Ernsting’s Family, das Kaufhausunternehmen Woolworth und der Buchhändler Thalia. Einzelne Ketten werden der Kundschaft und Mitarbeitern allerdings empfehlen, weiter freiwillig Maske zu tragen.

Im allgemeinen Einzelhandel wird einer Umfrage des Handelsverbands Bayern (HBE) zufolge in vielen Geschäften eine Maske empfohlen werden. Die Mehrheit der 979 Händler, die an der Befragung teilnahmen, hält die Abschaffung der staatlichen Maskenpflicht für falsch. Dass sie Ihr Hausrecht trotzdem oft nicht einsetzen, erklärt HBE-Geschäftsführer Bernd Ohlmann damit, dass viele Händler in Sorge seien, sonst Kunden zu verlieren; sei es an die maskenfreie Konkurrenz, sei es an den Onlinehandel.

Sieben-Tage-Inzidenz sinkt

Montag, 4. April, 6.54 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen in Bayern ist weiterhin rückläufig. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet für den Freistaat zu Wochenbeginn einen Wert von 1803,8. Vor genau einer Woche lag er bei 2178,1. Die Gesundheitsämter in Bayern meldeten dem RKI 14 440 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden. Acht Menschen starben an oder mit Covid-19.

Der Landkreis Miesbach hat den höchsten Inzidenzwert in Bayern mit 2678,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen. Es folgen die Stadt Nürnberg (2557,7) sowie der Landkreis Kulmbach (2553,6). Auch auf den Intensivstationen ist die Zahl der Corona-Patienten in den vergangenen Tagen zurückgegangen: Das Divi-Intensivregister meldete am Montag (Stand 6.05 Uhr) 393 Corona-Patienten auf Intensivstationen im Freistaat, vor zwei Wochen waren es noch 402.

Corona-Regeln ausgelaufen: Maske nur noch Empfehlung

Sonntag, 3. April, 8.16 Uhr: Um Mitternacht sind auch in Bayern die allermeisten Corona-Beschränkungen ausgelaufen. Konkret heißt das: Seit heute gibt es bayernweit keinerlei 2G- oder 3G-Zugangsregeln mehr – auch Ungeimpfte haben damit ohne Test wieder Zugang zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Nur in Kliniken, Alten- und Pflegeheimen müssen Besucher und Beschäftigte tagesaktuelle beziehungsweise regelmäßige Tests machen. Auch in Schulen und Kitas wird – zunächst bis Ostern – weiter getestet. In den Kitas, die geöffnet haben, auch in den Osterferien. Wie es danach weitergeht, muss das Kabinett noch rechtzeitig entscheiden.

Eine FFP2-Maskenpflicht gilt jetzt nur noch im öffentlichen Nahverkehr, in Arztpraxen, Krankenhäusern, in Pflegeheimen, Flüchtlingsunterkünften und ähnlichen “vulnerablen Einrichtungen”. Überall sonst ist die Maskenpflicht Geschichte, etwa im Einzelhandel, in Freizeiteinrichtungen aller Art, aber auch in sämtlichen Schulen: Von Montag an müssen in den Schulen keine Masken mehr getragen werden. Die Staatsregierung empfiehlt allerdings, in Innenräumen auch weiterhin Masken zu tragen, etwa im Handel, in Freizeiteinrichtungen, aber auch in Schulen, außer im Klassenzimmer.

Das Auslaufen der strikten Corona-Regeln entspricht den Vorgaben im neuen Bundesinfektionsschutzgesetz, das die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP in Berlin gegen viele Widerstände durchgesetzt hatten. Nach dem Auslaufen einer Übergangsfrist am 2. April können die Länder nur noch unter bestimmten Voraussetzungen strengere Regeln beschließen, nämlich wenn in einer “Gebietskörperschaft” eine gefährlichere Virusvariante auftaucht oder eine Überlastung der Klinikkapazitäten droht. Das hat die Staatsregierung verneint – und darauf verzichtet, ganz Bayern oder auch nur einzelne Regionen zu Hotspots zu erklären.

Gottesdienste: Generalvikare empfehlen weiter Masken

Samstag, 2. April, 18.33 Uhr: Nach dem weitgehenden Wegfall der staatlichen Corona-Maßnahmen begnügt sich die katholische Kirche in Bayern mit Empfehlungen an die Gemeinden. So sollen weiter FFP2-Masken bei Gottesdiensten in Innenräumen getragen werden, heißt es in einer vom Bistum Würzburg am Freitag veröffentlichten Aufstellung. Dies gelte vor allem für den Gemeindegesang. Nähmen nur sehr wenige Gläubige am Gottesdienst teil, so dass Abstände von mehr als eineinhalb Metern gewahrt würden, könne davon abgewichen werden.

Eine Höchstteilnehmerzahl wird es nicht mehr geben, ebensowenig gesperrte Bänke, markierte Sitzplätze oder eine Anmeldepflicht, wie es in den Empfehlungen weiter heißt. Sie gelten laut dem Würzburger Ordinariat bayernweit und wurden von den Generalvikaren vereinbart, also den Verwaltungschefs der sieben Bistümer. Die Gemeinden werden gebeten, keine Sonderregeln zu erlassen. “Alle Gläubigen sollen auf der Basis dieser Empfehlungen in allen Kirchen den gleichen Zugang zu den Gottesdiensten haben.”

Mit dem Corona-Virus infizierte Personen dürften weiter nicht an Gottesdiensten teilnehmen. Während der händische Friedensgruß nach wie vor entfallen soll, werden die Weihwasserbecken an Ostern wieder befüllt. Die Gläubigen werden aufgerufen, sich vorher die Hände zu desinfizieren, entsprechende Spender sollen neben die Becken gestellt werden. Kommunionhelfer sollen weiter Maske tragen und vorher ihre Hände desinfizieren.

Bei der Kirchenmusik wird der Abstand von einhalb Metern zwischen Musikern, Sängern und Gottesdienstbesuchern beibehalten. Die Maskenempfehlung gilt für sie nicht. Im Beichtstuhl empfehlen dagegen die Generalvikare weiter eine FFP2-Mund-Nasebedeckung. Bei Taufe, Firmung und Krankensalbung wird den Spendern ebenfalls zur Maske und zur Desinfektion der Hände geraten.

Jeder neunte Händler in Bayern will weiter Masken verlangen

Samstag, 2. April, 14.37 Uhr: Etwa jeder neunte bayerische Einzelhändler will in seinen Geschäften an der Maskenpflicht festhalten. 11,7 Prozent sagten das in einer am Samstag beendeten Umfrage des Handelsverbands Bayern (HVB). 77,4 Prozent wollen dagegen nicht über das Hausrecht Masken vorschreiben. Bayernweit gibt es rund 58 000 Einzelhändler.

Zwar verzichte der Großteil der bayerischen Händler auf eine Maskenpflicht, doch viele machten das “mit Magengrummeln und einer Faust in der Tasche”, sagt HVB-Geschäftsführer Bernd Ohlmann. Denn insgesamt sehe eine Mehrheit der 979 teilnehmenden Einzelhändler die Abschaffung der staatlichen Maskenpflicht kritisch. 50,4 Prozent halten sie laut Umfrage für falsch, 39,2 Prozent für richtig.

Dass der Anteil der Händler, die per Hausrecht an der Pflicht festhalten, so viel geringer ist, als der der Abschaffungs-Kritiker, erklärte Ohlmann damit, dass viele Händler in Sorge seien, sonst Kunden zu verlieren. Sei es an die maskenfreie Konkurrenz, sei es an den Onlinehandel. Gleichzeitig sehe der Handel aber auch die Gefahr, dass Kunden, die sich ohne Maskenpflicht unwohl fühlen, verloren gehen. Viele Händler wollen der Umfrage zufolge nun zumindest eine Empfehlung zum Maskentragen abgeben. Und wo die Maske vorgeschrieben wird, soll es mehrheitlich eine FFP2-Maske sein.

Dabei dürfte auch die Sorge, dass sich Mitarbeiter infizieren, eine Rolle spielen. Schon jetzt sei der Krankenstand in vielen Unternehmen hoch und der Handel teilweise am Limit, sagte Ohlmann. “Und was nützt es einem Kunden denn, wenn er ohne Maske einkaufen kann, aber die Regale leer sind, weil die Einräumer krank sind.” Den eigenen Mitarbeitern wollen knapp zwei Drittel der Einzelhändler die Entscheidung für oder gegen die Maske selbst überlassen, etwa 20 Prozent planen eine allgemeine Maskenpflicht für ihre Mitarbeiter, weitere 16 Prozent nur für bestimmte Tätigkeiten.

In den allermeisten bayerischen Geschäften werden Kunden also keine Masken mehr tragen müssen. Das entspricht auch den Ankündigungen der großen Lebensmittelhändler, die aber teils zumindest das freiwillige Tragen empfehlen wollen. Ohlmann geht dennoch davon aus, dass zumindest zu Beginn noch die meisten Kunden und Beschäftigten Maske tragen werden – zumindest solange die Infektionszahlen hoch blieben.

Bayerische Kliniken: Appell an Eigenverantwortung bei Corona-Regeln

Samstag, 2. April, 13.24 Uhr: Kliniken in Bayern appellieren angesichts vieler wegfallender Corona-Schutzmaßnahmen an die Eigenverantwortung der Menschen. “Nur noch ein schmaler “Basisschutz” bleibt bestehen. Doch durch Gesetze wird keine Pandemie beendet!”, sagte am Samstag Roland Engehausen, Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG). Zahlreiche Kliniken im Freistaat rufen mit der Kampagne “Schützen Sie sich und das Gesundheitswesen in Bayern” die Bürger auf, freiwillig Masken zu tragen, sich impfen zu lassen und sich an die Hygieneregeln zu halten.

“Leider sollen am Sonntag nahezu alle Corona-Schutzmaßnahmen außerhalb des Gesundheitswesens auslaufen”, sagte Engehausen und fügte an: “Wir schauen mit Sorge auf die damit verbundenen Risiken.” Die Politik setze offenbar weitgehend auf die Eigenverantwortung der Bürger, was aber nicht dazu führen dürfe, dass die Infektionszahlen erneut deutlich steigen. “Weil die Kliniken schon jetzt viele planbare Behandlungen zur Sicherung der akut nötigen Versorgung verschieben müssen. Dies ist aber nicht längerfristig verantwortbar.”

Auch Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) appellierte am Samstag an die Bürger im Freistaat, Vernunft und Eigenverantwortung zu zeigen. Die ab 3. April geltende Verordnung enthalte zu manchen Maßnahmen wie dem allgemeinen Maskentragen in Innenräumen oder der Erstellung eines Hygienekonzepts nur Empfehlungen. “Rechtlich anordnen können wir dies nicht mehr.” Die Bundesländer müssten “leider das schlechte Gesetz der Berliner Ampelregierung ausbaden”. Das Personal im Gesundheitswesen habe in den vergangenen zwei Jahren “Übermenschliches” geleistet, sagte Holetschek. Er unterstützt nach eigenen Worten die BKG-Kampagne. “Auch wenn wir uns alle nach Normalität sehnen: Dafür ist es noch zu früh. Wir stecken nach wie vor in der Corona-Pandemie.”

70 000 Schüler verpassen Unterricht wegen Corona

Samstag, 2. April, 7.48 Uhr: Etwa 70 000 Schüler haben in Bayern zuletzt den Präsenzunterricht wegen Corona verpasst. Das sind etwa 10 000 weniger als vor Wochenfrist, wie aus Zahlen des Kultusministeriums hervorgeht. Demnach waren Stand Freitag etwa 3,2 Prozent der rund 1,6 Millionen Schüler in Bayern wegen eines positiven Corona-Tests nicht im Unterricht, weitere 1,24 Prozent waren in Quarantäne. Beide Zahlen sanken im Vergleich zur Vorwoche.


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